12. September 2016 · Kommentare deaktiviert für Wer braucht vegane Wurst? · Kategorien: Ernährung und mehr, Veganer sein, Vegetarisches Essen · Tags: , ,

Vegane Fleischwurst, Salami und veganer Schinken bevölkern derzeit in Massen die Regale der Supermärkte und die heißen nicht nur so wie ihre fleischlichen Verwandten, sie sehen auch so aus und versuchen den Geschmack zu imitieren. Doch brauchen Veganer wirklich Ersatzprodukte?

Rügenwalder Mühle war einer der ersten Hersteller, der von reinen Fleischprodukten das Sortiment gezielt auf vegane und vegetarische Ersatzprodukte umgestellt hat. Das war im Jahr 2014. Nur zwei Jahre später macht der Umsatz an den fleischlosen Alternativen laut Hersteller, 30 Prozent der gesamten Einnahmen aus. Tendenz steigend. Neben Wurstwaren bevölkern auch Frikadellen, Schnitzel und Hackbällchen die Regale, natürlich alles ohne Fleisch. Damit ist Rügenwalde Mühler ein Vorreiter dessen, was auch viele andere Hersteller nun für sich entdecken, dem Trend zur Ersatzwurst. Dafür werden spezielle Fabriken gebaut und Experten eingestellt, die versuchen, Wurst und Fleisch so zu imitieren, dass selbst überzeugte Fleischesser gerne zur Alternative greifen.

Ruft das schlechte Gewissen nach veganer Wurst?

Rügenwalder Mühle

Foto: Rügenwalder Mühle

Doch warum das Ganze? Schließlich haben sich Vegetarier und Veganer ja ganz bewusst gegen den Konsum von Fleisch entschieden, brauchen sie also wirklich noch Fleischwurst und Salami auf dem Brot? Hier streiten sich die Gemüter und ein eindeutiger Konsens scheint schwer zu finden. Überzeugte Veganer meinen, sie brauchen keine Wurst sie brauchen Gemüse, Tofu und Marmelade auf dem Brot. Doch warum verzichten, wenn es auch einen leckeren Zwischenweg gibt? Ist es verwerflich, einem Fleischproduzenten, der weiter Tiere schlachtet, um damit 70 Prozent seiner Konsumenten zufrieden zu stellen, noch Geld „in den Rachen zu werfen“, indem man sich seines vegetarischen Sortiments bedient? Und das alles nur, um noch einmal in das geschmackliche Beinahe-Erlebnis von Wurst einzutauchen?

Fakt ist, viele Verbraucher beziehen dazu eine klare Stellung, sie wollen die vegetarische Wurst und damit scheinen Hersteller wie Rügenwalder Mühle den Zahn der Zeit durchaus erkannt zu haben. Die Konkurrenz zieht schnell nach und das führt zu zwei positiven Entwicklungen. Zum Einen wächst das Sortiment für Vegetarier, Veganer und solche, die zumindest teilweise ihren Fleischkonsum einschränken möchten. Zum Anderen werden die Produkte immer günstiger.

Verbraucher wollen vegane Wurst

Noch vor wenigen Jahren war es schwer, Alternativen zur Wurst in den Einkaufswagen zu befördern. Zwar gab es sie in kleiner Form in Bio-Läden und Online-Shops. Doch vegane Wurst war teuer, geschmacklich und optisch weit weg vom „Original“ und einfach nicht überall verfügbar. Ein Umstand den Veganer zwar nicht gern, aber dennoch zähneknirschend hinnehmen musste, eben zum Schutz der Tierwelt. Heute sind Fake-Salami und Co. überall verfügbar, selbst Discounter rühmen sich mit einem breitgefächerten Angebot. Unterm Strich ist das löblich, denn so sinkt tatsächlich der Fleischkonsum. Es müssen also weniger Schweine, Rinder, Hühner und Ziegen geschlachtet werden. Eine Befragung, durchgeführt von der Gesellschaft für Konsumforschung ergab, in den letzten fünf Jahren habe sich der Umsatz für vegetarische Wurst- und Fleischalternativen nahezu verdoppelt. Schon jetzt gibt jeder Verbraucher im Schnitt 20 Euro pro Jahr für Alternativen aus. Ein lohnendes Geschäft also, egal was kritische Stimmen munkeln. Und so erwarten Kenner der Branche auch nicht, dass es künftig weniger vegane Wurst in den Regalen der Supermarktketten geben wird.

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