06. Februar 2016 · Kommentare deaktiviert für Einfach anfangen: Der Startschuss zum Leben als Vegetarier · Kategorien: Allgemein, Vegetarier sein · Tags: , , , , , , , ,

Vegetarier werden, aber wie? Immer wieder stellen sich Menschen diese Frage. Sie möchten gern auf Fleisch verzichten und Vegetarier werden. Aber wie? Wie soll das gehen? Es gibt eine ganz einfache Antwort: Einfach anfangen!

Das klingt nach einer abgedroschenen Floskel, aber das ist es nicht. Denn der Umstieg auf fleischlose Kost bringt keine körperlichen Entzugserscheinungen mit sich. Keine Kopfschmerzen, kein Schüttelfrost – Fleisch ist ja keine Droge. Allenfalls entsteht ab und zu ein gewisses Hungergelüst nach Fleisch- oder Wurstwaren. Allerdings entscheiden sich werdende Vegetarier (klingt fast wie eine Schwangerschaft) bewusst für eine fleischlose Ernährung und Lebensweise. Daher sind die Gelüste möglicherweise sporadisch ein Problem, sollten aber durch die Vorentscheidung von vorn herein minimiert sein. Okay, es hat nicht jeder Vegetarier Ekel vor Fleisch oder ethische Gründe für seine Entscheidung. Aber wer sich entscheidet, als Vegetarier zu leben, lehnt Fleisch aus bestimmten Gründen ab. Aus diesen Gründen ist der Anfang keine Frage von Entzugserscheinungen, es ist einfach eine Frage des Beginnens.



Die ersten Schritte als Vegetarier: Weglassen lernen!

Einfach Anfangen, Vegetarier zu werdenAber wie? Und dann kommt doch wieder das Bild der Schwangerschaft. Eine Entscheidung reift ja meistens über einen längeren Zeitpunkt heran. Irgendwann kommen erste Ideen, später dann regelrechte Wehen. Und dann die schwere Geburt des Starts. Dieser ist auf dem Papier aber tatsächlich einfach: Fleisch und Wurst sowie tierische Komponenten in der Nahrung weglassen. Das ist das Zauberwort: Weglassen. Es klingt einfach, ist es aber nicht immer. Aber: Kein Schnitzel mehr, kein Steak, kein Wurstbrot, keine Gelatine, keine Hühnerbrühe und kein Schweineschmalz.

Das Weglassen ist im Prinzip einfach. Jedoch hat es auch Tücken. Neu-Vegetarier müssen lernen, was sie nicht essen „dürfen“ (eher nicht essen wollen). Daher ist die wichtigste Übung tatsächlich der Blick auf die Inhalte von Lebensmitteln. Es ist erstaunlich, in welchen Lebensmitteln entsprechende Inhaltsstoffe enthalten sind. Nicht einmal bei Süßigkeiten (Fruchtgummis) oder Käse (meistens hergestellt mit Rinderlab) kann ein Vegetarier sicher sein.

Davon abgesehen ist das Weglassen aber die erste Übung: Bratkartoffeln ohne Schinken, Spaghetti ohne Bolognese, keine Wurst, Salat ohne Hühnchen und Thunfisch. Im Prinzip alles ganz einfach. Weglassen ist der erste Schritt und muss in (Achtung: Wortwitz) Fleisch und Blut übergehen. Nach und nach stellen neue Vegetarier dann fest, dass Weglassen einfach und effektiv ist, das Esse aber … Extrem langweilig? Klar, wenn der Speiseplan aus Weglassenbesteht, fehlen natürlich wichtige Komponenten. Also, kommt dann recht schnell Schritt zwei ins Spiel.

Möglichst früh: Fleisch und Wurst ersetzen!

Der zweite Schritt ist das Ersetzen. Vegetarier sollten sich frühzeitig mit dem Ersetzen beschäftigen. Denn Ersetzen von Fleisch und Wurst bedeutet, dass der Vegetarier einen ähnlichen Speiseplan wie bisher folgen kann. Nur, dass tierische Produkte durch pflanzliche ersetzt werden. Das macht es gerade am Anfang besonders leicht.

Ersetzen 1: Gemüse statt Fleisch

Die erste Möglichkeit ist eine Mischung aus Weglassen und Ersetzen. Zum Beispiel könnte eine weitere Gemüsesorte das Stück Fleisch ersetzen oder statt Salami kommt eben Tomaten- und Gurkenscheiben auf das Brot. Auf Pizza bleibt der Schinken weg und stattdessen gibt es vielleicht Pilze. Dieses Ersetzen durch Gemüse ist ein fantastisches Mittel, um Mahlzeiten vegetarisch aufzuwerten und dabei gesund zu essen. Auf Dauer bieten sich enorme Möglichkeiten, wie eine Masse von vegetarischen Kochbüchern zeigt.

Ersetzen 2: Fleischersatz

Zum Thema Fleischersatz gibt es sehr gegensätzliche Meinungen. Dennoch werden Vegetarier um Tofu, Seitan und ähnliche Dinge nicht herumkommen. Gerade für neue Vegetarier sind diese ein Segen. Denn es gibt Bratwurst aus Tofu, Schnitzel aus Soja, Aufstriche aus Lupinen, ja sogar Steaks und Rollbraten. Dieser Fleischersatz ist sogar in den meisten Supermärkten oder eben in Bioläden oder bei speziellen Versandhändlern erhältlich. Das macht es Vegetariern einfach, klassisch zu essen und Fleisch einfach durch etwas ähnliches Schmeckendes zu ersetzen.

Ersetzen 3: Soja, Tofu, Seitan & Co individuell nutzen

Der Anfang ist bis hierhin gar nicht schwer. Es gibt Unmengen an Möglichkeiten, Fleisch und Wurst zu ersetzen. Wichtig sind zwei Dinge: Würzen! Häufig ist das stark vernachlässigt. Tofu ist beispielsweise extrem lecker, wenn es gut gewürzt wird. Ohne schmeckt es nichtssagend. Dann macht das Vegetarierdasein keinen Spaß. Also, Mut zum Würzen! Zweitens: Umsehen! Supermärkte und Bioläden bieten eine schöne Auswahl von Tofu- und Sojaprodukten oder Ersatzstoffen auf Weizenbasis. Mit diesen können Vegetarier viel experimentieren, lernen, ihren Geschmack testen und neue Gerichte kreieren. Wer sich unsicher ist, greift zu Kochbüchern.

Jetzt kommt aber die Königsklasse. Aus Weglassen und Ersetzen wird Komponieren. Gerichte erstellen, Rezepte nachkochen, Sojaprodukte vielfältig nutzen, eigenes Brot backen. Aus Seitan eigenen Fleischersatz herstellen, Sojabratlinge mischen oder fleischlose Bolognese herstellen. Es gibt keine Ausrede: Vegetarische Küche ist extrem vielfältig. Mit jedem Ausprobieren lernen Vegetarier nach und nach ganz nebenbei, auf welche Nährstoffe und Vitamine es ankommt.



Gesunde Öle, leckere Körner und selbstgemachte Backwaren sind die Königsdisziplin. Wer mag, kann damit von vorn herein starten. Unsichere „Frischlinge“ können sich aber an diesen Eckpunkten entlanghangeln und Schritt für Schritt den Anfang finden. Und der heißt: Auf Kochbücher pfeifen, Fleisch einfach weglassen, passende Ersatzstoffe wie Tofuwurst oder Sojabolognese in die Rezepte einbauen. Das erleichtert den Anfang enorm. Und der besteht in erster Linie eben genau darin: Anfangen! Nur so kann jeder wirklich Vegetarier werden.

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