17. November 2015 · Kommentare deaktiviert für Anleitung: Granatapfel ohne Spritzer öffnen · Kategorien: Allgemein, Obst · Tags: , ,

Granatäpfel sind in den letzten Jahren zu einer kleinen Mode geworden. Das ist gut, denn dadurch sind sie nicht nur in Supermärkten mit exotischer Obstecke und ausgewählten Bioläden zu finden, sondern insgesamt ganz gut zu bekommen. Sie sind lecker und vielleicht sogar extrem gesund. Aber bei einer Sache hakt es gewaltig: Sie sind schwer zu verarbeiten.

Granatapfel: Wie essen ohne Spritzer?

Der Grund ist ganz einfach: Der Granatapfel ist in kleine Zellenaufgeteilt, in denen viele Kerne stecken. Und diese Kerne sind mit dem tollen Fruchtfleisch ummantelt. Das Problem ist nur, dass die Granatäpfel auch sonst sehr saftig sind. Sticht man mit einem Messer hinein, spritzt einem der Saft entgegen. Hat man sie dann geöffnet, müssen die Kerne mit dem Fruchtfleisch vorsichtig aus den Zellen gelöst werden und schon wieder spritzt es.

Die Spritzer wirken wie schwer abwischbare Farbe und hinterlassen ordentlich rote Flecken, die nach dem Trocknen in ein Lila-Blau übergehen. Kein Wunder, denn mit dem Farbstoff werden traditionell die Orientteppiche gefärbt. Um diese Flecken zu verhindern, müssen Granatäpfel gut verarbeitet werden. Dabei ist aber weniger Fingerspitzengefühl gefragt, als man denken könnte.

Klappt nur mäßig gut: Mit dem Löffel auf den Granatapfel klopfen

Häufig findet man die tolle Anweisung, nach dem Halbieren sollte man mit einem Löffel auf die Granatapfelhälfte klopfen, um die Kerne zu lösen. Hm. Ja, mag sein, aber das spritzt dennoch und ist alles andere als schnell erledigt.

Die Unterwassermethode

Klar, funktioniert. Obst in eine Wasserschale, unter Wasser öffnen und … Stop! So ein Quatsch. Wer seinen Granatapfel unter Wasser auslöst, verliert das Beste an der Frucht, den Saft! Gleich wieder vergessen.

An dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Ein „guter“ Granatapfel ist frisch und enthält dann Saft. Und dieser Saft ist lecker. Da Die Frucht nicht nachreift, sollte man sie nicht zu lange liegen lassen. Denn dann gibt es weniger Saft. Also: Immer frisch verarbeiten und den Saft nicht vergeuden!

Granatapfel: Das perfekte Öffnen und Herauslösen des Fruchtfleisches

Granatapfel - ohne Spritzer öffnenEs geht viel einfacher, wenn auch ungewöhnlich. Dazu kurz ein wesentlicher Fakt. Im Granatapfel hängen die Kerne relativ gut in den Zellwänden fest. Daher sind sie eben nicht leicht auslösbar. Das jedoch lässt sich mit einem einfachen Trick ändern. Dazu legt man den Granatapfel einfach in eine kleine Küchentüte. Mit dieser rollt man die Frucht auf einer Unterlage (Brett, Arbeitsplatte) und drückt zugleich sanft auf die Schale. Dabei spürt man ein leichtes Knacken und eine Bewegung in der Frucht. Das Fruchtfleisch samt Kern wird praktisch durch eine Mangel gedreht. Hat man das Obst auf diese Weise rundherum malträtiert, ist die eigentlich recht harte bzw. starre Schale deutlich weicher.

Nun kommt wie bei allen Granatapfel-Öffnungstechniken der schwierige Moment. Die Tüte samt Apfel wird über eine Schale gehalten. Mit dem Messer sticht man nun durch die Tütenöffnung vorsichtig so in die Frucht hinein, dass der Saft direkt in die Schale fließen kann. Hat man den ersten Schwung aufgefangen, holt man den Apfel aus der Tüte und kann ihn zunächst gut halbieren oder vierteln. Der Clou: Anders als bei der Löffeltechnik lässt sich das leckere Fruchtfleisch nach dem Rollen ohne Probleme einfach vorsichtig ausschütteln, da sie Kerne samt Ummantelung bereits gelöst sind. Stellenweise kann man mit Fingern nachhelfen. Wichtig: Die Zellwänder, also diese beige-weiße Struktur, ist nicht zum Verzehr geeignet und sollte – sofern überhaupt erforderlich – penibel aussortiert werden.

So einfach kann es sein, einen Granatapfel zu öffnen!

Ein Risiko gibt es: Wer beim Rollen zu stark drückt, könnte den Apfel zum Platzen bringen. Dann ist die Flüssigkeit zwar in der Tüte, aber das weitere Drücken und Rollen funktioniert wegen des austretenden Safts nicht mehr so gut.

Warum Granatapfel genießen?

Granatäpfel sind ein extrem gesundes Obst. Sogar Heilkräfte gegen Krebserkrankungen und Arterienverkalkung sowie Entzündungshemmung wird im nachgesagt, allerdings sind die Studien meistens umstritten. So oder so ist er aber gesund. Denn Granatäpfel enthalten unter anderem viel Kalium, Calcium, Vitamin C und Eisen. Ganz nebenbei schmeckt er wirklich klasse. Also: Beste Eigenschaften für Vegetarier!

Vegetarische Rezepte mit Granatapfel

Zwei Dinge sind bei diesem Obst zu unterscheiden. Zum einen der Saft. Der wird getrunken oder kann den Obstsalat verfeinern. Einige kochen Sirup daraus. Ich finde, er ist pur einfach besser und sicher nicht ungesünder …

Zum anderen ist es das Fruchtfleisch. Dieses wird mit dem darin liegenden kern konsumiert. Klassisch verfeinert dieses den Obstsalat, aber auch mal einen grünen Salat mit Pfiff oder bietet exotischen Gerichten den letzten Schliff. Granatapfel passt aber auch gut in Joghurt oder ins Müsli. Als fruchtige Komponente passt er eigentlich überall recht gut. Allerdings ist er ungekocht sicher nährstoffreicher.

Er heißt nicht umsonst Frucht der Götter. Gesund genießen. Dank der Tüten-Roll-Technik ein problemloses Unterfangen.

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